Nach langer Wanderung…

… waren mir die Beine so schwer, der Rucksack zerrte unsanft an Nacken und Rücken, und mein Ziel schien noch so unendlich weit, obwohl nur mehr wenige hundert Meter entfernt. Dann sah ich dich, und beim Blick in deine herrlichen bernsteinfarbenen Augen schöpfte ich neue Kraft und Zuversicht, und mit deinem Bild in meinem Herzen ging ich locker ausschreitend dem Ende meiner Reise entgegen…

Meine Chefin…

… Auf meinem Hauptblog http://freidenkerin.com sind die Kapazitäten so gut wie ausgeschöpft. So bin ich nun damit beschäftigt, die alten Posts auf meinen Zweitblog Stupor Mundi auszulagern. Dabei stieß ich auf diese Huldigung an meine geliebte Mieze Smokey:…

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… Smokey 1. Juli 1996 – 15. Oktober 2013…

Unser Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, seit sehr vielen Jahren ausgesprochen beliebt, hat einmal diesen herrlichen Ausspruch getan: “Meine Frau und ich sind die Hausangestellten zweier Katzen, die in unserer Wohnung fürstlichst residieren.” Das trifft den Nagel schon äußerst genau auf den Kopf…

… Vor etlichen Jahren saß ich inmitten meiner neuen und noch ausgesprochen spärlich möblierten Behausung und zog Bilanz. Ich hatte eine sehr turbulente, Nerven zerfetzende und dramatische Partnerschaft mit einem Alkoholiker überstanden und leckte mir immer noch eifrig die Wunden. Trotz aller durchlittenen Schrecknisse, so ein kleines bißchen störte mich das Alleinesein doch. Einen Untermieter aufnehmen? Eine Wohngemeinschaft gründen? Auf “Männerjagd” gehen? – Kommt überhaupt nicht in Frage!

Eine meiner damaligen Arbeitskolleginnen löste das Problem. Ihre Nachbarin hätte ein allerliebstes, drei Monate altes, getigertes Kätzchen namens Smokey und sei drauf und dran, dieses ins Tierheim abzugeben… Mich haben Katzen seit jeher fasziniert und angezogen. Also war ich auf Anhieb begeistert, diesen kleinen Stubentiger bei mir aufzunehmen.

Sie saß ganz würdevoll, elegant und adrett auf dem Beifahrersitz, als sie mir gebracht wurde. Der Wagen bog in die schmale Straße ein und sie guckte hoch, wie ich da so auf dem Balkon stand und wartete, und der Blick ihrer wunderschönen, großen, grünen, gescheiten Augen verhakte sich tief in meinem Herzen und hat es bis zum heutigen Tage nicht mehr los gelassen. Sie weiß das genau und kann mich in Nullkommanichts mühelos um die kleine Pfote wickeln. Ich bin ihr verfallen. Sie maunzt – mittlerweile verstehe ich ihre Sprache, eine Mischung aus Lauten, Gesten, Mimik und Blicken sehr gut – und ich gehorche…

Smokey liebt ihre kleinen Rituale über alles: Die ausführliche Taschenkontrolle, wenn ich nach Hause komme. Sie belagert meinen Lesesessel, wenn ich’s mir an einem Regentag mit einem dicken Wälzer darin gemütlich machen will. Sie wird zur absoluten Nervensäge, zur unerträglichen Pest, wenn ich es wage, ein Brathendl zu essen. Nach dem Duschen putzt sie mir mit ihrer kleinen Raspelzunge die Füße trocken, absolut gründlich und fürsorglich, als wäre ich ihr Katzenjunges, welches sich ungezogenerweise naß gemacht hat. In der größten Sommerhitze schläft sie, die Wasserscheue par excellence, im Bad im Waschbecken – “Was hast du denn, das ist das kühlste Fleckerl im Haus!” Sie misst nicht mehr als ca. 25 cm Schulterhöhe und kann sich doch in meinem Bett dermaßen breit machen, daß ich kaum mehr Platz zum Schlafen finde.

Mittlerweile zählt sie zwölf Lenze, ist also schon eine gesetzte Katzendame, und tobt dennoch bisweilen in der Wohnung umher wie ein übermütiges Welpen. Nebst Fressen, Schlafen und mich Herumkommandieren zählt Schmusen zu ihren absoluten Lieblingsbeschäftigungen, Kuscheln, genüßlich Schnurren, Köpfchen geben. Sie ist mein Seelentröster, mein Schlafmittel, rollt sie sich in meinen Armen zusammen, fühle ich ihr dichtes, seidenweiches Fell unter meinen streichelnden Händen, vergehen Kummer, Ärger und Sorgen wie im Fluge, ich finde Ruhe, Frieden und sanfte Erholung.

Jetzt sitzt sie in meinem Rücken und späht mir über die Schulter. Ich wette, sie weiß ganz genau, daß ich über sie schreibe…

Weltkatzentag…

… Sie tasten sich auf Samtpfoten in unsere Herzen. Und schmeicheln sich schnurrend tief in unsere Seelen hinein. Mit ihren klaren, wundervollen Augen können sie bis ins Innerste unserer Wesen blicken. Sie sind bezaubernde Spielgefährten, spenden freigebig Trost, Linderung  und Liebe. Sie können Kummer und Seelenschmerzen heilen. Und sind das beste Schlafmittel der Welt. Sie sind reinlich, gelassen, bewundernswert geduldig. Sie sind klug und können berechnend sein, raffiniert und hinterlistig, so kapriziös wie eine Diva, bisweilen auch anstrengend gleich einem Quälgeist. Sie sind eigensinnig und launisch, stolz und charakterstark…

… Wenn ich eine Katze erblicke, dann sehe ich ein Stückchen Himmel, einen Stern vom Firmament, Schönheit und Liebreiz, wie sie vollkommener nicht sein können…

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Die Müßiggängerin…

… „Hmmmmm, ist das herrlich, in der wundervoll milden Sommersonne zu dösen! Und sooooo gesund! Einfach die Welt ringsum vergessen, sich entspannen, lang machen, die Krallen einziehen, die grün glänzenden Edelsteinaugen schließen, und das Köpfchen auf die Samtpfoten legen. Lass die anderen, die mit den zwei Beinen und ohne Fell rasen, hetzen, sich plagen, gieren, sich bekriegen, fahrig werden vor Nervosität, Stress und Existenzangst. Über dergleichen ist eine echte Katze von Welt doch so weit erhaben. Wir sind die wahrhaft Zivilisierten! Wir wissen um die Kunst zu leben, wir wissen, wie man voller Andacht genießt, wie man Geduld und Muße perfektioniert, sich voller Charme und ohne Mühe in die Herzen zweibeiniger Wesen schmust und schnurrt und das Leben zelebriert, Tag um Tag. Lernt von uns, es lohnt sich.“…

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Gut getarnt…

… Schon als junges Miezchen fand die kleine Isabella, eine der halbwilden Haus- und Hofkatzen in den wunderschönen Gärten der Villa d’Este inmitten Tivolis, ihre Mutter Graziella nachahmend heraus, daß sie förmlich mit den knorrigen, gefurchten Wurzeln einer betagten, hoch aufragenden Pinie verschmolz, und so gut wie unsichtbar wurde, wenn sie sich in deren Wiege schmiegte. Ungezählte Touristen strebten, bummelten, hasteten Tag für Tag an ihr vorbei, die meisten bemerkten sie nicht. Nur manchmal blieb ein besonders aufmerksam um sich blickendes und alle Eindrücke förmlich in sich aufsaugendes Menschenkind stehen, mit einem warmen und liebevollen Lächeln die kleine, tief und fest schlummernde Mieze sacht umfangend, ohne sie zu stören…

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An einem brütend heissen Sommertag…

… quälte ich mich irgendwo südlich von Freising einer lehmigen, staubtrockenen, ausgefahrenen Traktorspur entlang, die sich schnurgerade durch große Kornfelder und Wiesen zog, welche bis an den Horizont zu reichen schienen. Mein Ziel war eine Linde nahe eines kleinen Gehöfts, das von einem Bachlauf umfasst wurde. Am Fuße des Baums, und im Schatten seiner üppigen, dicht belaubten Krone wollte ich eine wohl verdiente Rast einlegen…

… Plötzlich stand sie vor mir, als wäre sie aus dem Boden gewachsen, klein und zierlich, und mit glänzendem, weiß-rötlichem Langhaar angetan. Sie hielt unerschrocken den Blick ihrer bernsteinfarbenen großen Augen auf mich geheftet, und miaute unentwegt leise, es klang in etwa so, als würde ein kleines Kind ein wenig atemlos vor Eifer sein Herz ausschütten. Ich zwinkerte ihr zu und lächelte, und sprach sanft und liebevoll auf sie ein. Da schien sie Angst vor der eigenen Courage zu bekommen, ein paar geschmeidige, weite Sätze – und das hoch gewachsene Gras am Wegesrand rahmte schützend und umschmeichelnd ihr liebliches Katzengesicht ein…

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Geschwisterliebe…

… Schlaf nur, mein liebes, scheues Brüderlein. Ich werde wachen, und dich in deinem tiefen Schlummer beschützen – auch wenn mir selbst nach all dem schönen Spielen und Toben die Äuglein zuzufallen drohen. Und sobald sich neue, großartige Dinge tun, und Abenteuer locken – oder auch ein frisch und deftig gefüllter Futternapf – dann werde ich dich ganz sanft wecken…

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