Weltkatzentag…

… Sie tasten sich auf Samtpfoten in unsere Herzen. Und schmeicheln sich schnurrend tief in unsere Seelen hinein. Mit ihren klaren, wundervollen Augen können sie bis ins Innerste unserer Wesen blicken. Sie sind bezaubernde Spielgefährten, spenden freigebig Trost, Linderung  und Liebe. Sie können Kummer und Seelenschmerzen heilen. Und sind das beste Schlafmittel der Welt. Sie sind reinlich, gelassen, bewundernswert geduldig. Sie sind klug und können berechnend sein, raffiniert und hinterlistig, so kapriziös wie eine Diva, bisweilen auch anstrengend gleich einem Quälgeist. Sie sind eigensinnig und launisch, stolz und charakterstark…

… Wenn ich eine Katze erblicke, dann sehe ich ein Stückchen Himmel, einen Stern vom Firmament, Schönheit und Liebreiz, wie sie vollkommener nicht sein können…

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Die Müßiggängerin…

… „Hmmmmm, ist das herrlich, in der wundervoll milden Sommersonne zu dösen! Und sooooo gesund! Einfach die Welt ringsum vergessen, sich entspannen, lang machen, die Krallen einziehen, die grün glänzenden Edelsteinaugen schließen, und das Köpfchen auf die Samtpfoten legen. Lass die anderen, die mit den zwei Beinen und ohne Fell rasen, hetzen, sich plagen, gieren, sich bekriegen, fahrig werden vor Nervosität, Stress und Existenzangst. Über dergleichen ist eine echte Katze von Welt doch so weit erhaben. Wir sind die wahrhaft Zivilisierten! Wir wissen um die Kunst zu leben, wir wissen, wie man voller Andacht genießt, wie man Geduld und Muße perfektioniert, sich voller Charme und ohne Mühe in die Herzen zweibeiniger Wesen schmust und schnurrt und das Leben zelebriert, Tag um Tag. Lernt von uns, es lohnt sich.“…

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Philosophisches…

… „Viele Menschen sind der Meinung, daß wir Katzen falsch seien.“, sagte meine geliebte Mieze Smokey eines Abends. Sie hatte es sich auf meinem Schoß bequem gemacht, und wir führten schon seit einer geraumen Weile ein sehr philosophisches Gespräch über Gott und die Welt. „Dabei ist das in keinster Weise richtig.“, sinnierte meine vierbeinige Freundin weiter, „Ihr seid nur oft genug nicht gewillt, oder daran interessiert, unsere Sprache zu verstehen.“ – „Wie ist denn mein Kätzisch so?“, fragte ich neugierig. Sie wandte mir ihr reizendes Gesichtchen zu und schmunzelte. „Gar nicht mal übel – ist ja auch kein Wunder, bei der guten Lehrerin.“ Sie erhob sich, zwinkerte mir verschmitzt zu, machte voller Genuß und Hingabe einen Katzenbuckel, gähnte, und sprang geschmeidig zu Boden. Ich seufzte, griff nach dem Buch, welches ich vor einigen Tagen zu lesen begonnen hatte, und vertiefte mich darin…

… Eine Weile später konnte ich mich nicht mehr so recht konzentrieren, mir war, als würde ich beobachtet. Ich hob den Kopf – und richtig, Smokey ruhte mit untergeschlagenen Vorderpfoten auf der Couch-Lehne und musterte mich eindringlich aus ihren großen, grünen, klaren, klugen und wissenden Augen. Ich fühlte, wie ihr weiser Blick in die tiefsten Winkel meiner Seele drang. Ungemütlich wurde mir zumute, Unsicherheit, ja, sogar Scham stiegen in mir auf. Mir kamen all die unguten dunklen Stellen und Schatten in den Sinn, die sie nun wohl erforschen mochte…

… Dann blinzelte sie ganz langsam und deutlich mit beiden Augen und begann, sanft und in ebenmäßigem Rhythmus zu schnurren. Ein großer Stein fiel mir vom Herzen. Sie liebt mich, dachte ich voller Erleichterung, meine Smokey liebt mich, also kann ich kein gar so schlimmer Mensch sein…

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