Meine felllosen Sklaven…

… rufen mich „Babe“, obwohl ich als hochwohlgeborene, lupenreinrassige Katzenprinzessin natürlich einen anderen, einen ganz, ganz langen Namen mit „von“ und „zu“ habe. Aber ich vermute mal, dass sich den die Zweibeiner nicht merken können. Die können manchmal ganz schön begriffsstutzig sein – ähem – so was sagt man als edle Prinzessin natürlich nicht…

… Aber eigentlich habe ich keinen Grund, mich zu beschweren. Meine zwei felllosen Sklaven tun schon alles, um mir ein möglichst schönes und angenehmes Leben zu machen. An schönen Tagen werde ich zum Beispiel mit meiner eigenen Zweiradkutsche in den Englischen Garten gefahren…

… Dort darf ich mir dann ganz behaglich die Sonne auf den schönen, seidig weichen Pelz scheinen lassen…

 

… Ich werde auf den Sklavenschultern spazieren getragen…

… Auf gemaunzten Befehl werde ich mit Schleckerlis verwöhnt…

… Nur die großen schwarzen Flatterviecher sind immer so respektlos, sie hüpfen in meiner Nähe hin und her und lachen mich aus. Bis ich wütend werde, und Jagd auf sie mache – doch die Biester sind immer so schnell weg – fliegen müsste man können, dann würde ich diesem Federvieh das Fürchten lehren!…

 

Advertisements

Weiße Schönheit…

Die Katze

Komm, schöne Katze, und schmiege dich still

An mein Herz, halt zurück deine Kralle.

In dein Auge ich träumend versinken will,

Drin Achat sich verschmolz dem Metalle.

Wenn meine Hand liebkosend und leicht

Deinen Kopf und den schmiegsamen Rücken,

Das knisternde Fell dir tastend umstreicht

Sanft, doch berauscht vor Entzücken,

Dann seh‘ ich sie. Und ihres Blickes Strahl

Er scheint dem deinen, schönes Tier, zu gleichen,

Ist tief und kalt, scharf wie geschliffner Stahl,

Und feine Düfte fühl‘ ich zitternd streichen,

Gefährlich süßen Hauch, der gluterfüllt

Den weißen Leib von Kopf zu Fuß umhüllt.

Charles Baudelaire

1821-1867

 

Meine Chefin…

… Auf meinem Hauptblog http://freidenkerin.com sind die Kapazitäten so gut wie ausgeschöpft. So bin ich nun damit beschäftigt, die alten Posts auf meinen Zweitblog Stupor Mundi auszulagern. Dabei stieß ich auf diese Huldigung an meine geliebte Mieze Smokey:…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

… Smokey 1. Juli 1996 – 15. Oktober 2013…

Unser Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, seit sehr vielen Jahren ausgesprochen beliebt, hat einmal diesen herrlichen Ausspruch getan: “Meine Frau und ich sind die Hausangestellten zweier Katzen, die in unserer Wohnung fürstlichst residieren.” Das trifft den Nagel schon äußerst genau auf den Kopf…

… Vor etlichen Jahren saß ich inmitten meiner neuen und noch ausgesprochen spärlich möblierten Behausung und zog Bilanz. Ich hatte eine sehr turbulente, Nerven zerfetzende und dramatische Partnerschaft mit einem Alkoholiker überstanden und leckte mir immer noch eifrig die Wunden. Trotz aller durchlittenen Schrecknisse, so ein kleines bißchen störte mich das Alleinesein doch. Einen Untermieter aufnehmen? Eine Wohngemeinschaft gründen? Auf “Männerjagd” gehen? – Kommt überhaupt nicht in Frage!

Eine meiner damaligen Arbeitskolleginnen löste das Problem. Ihre Nachbarin hätte ein allerliebstes, drei Monate altes, getigertes Kätzchen namens Smokey und sei drauf und dran, dieses ins Tierheim abzugeben… Mich haben Katzen seit jeher fasziniert und angezogen. Also war ich auf Anhieb begeistert, diesen kleinen Stubentiger bei mir aufzunehmen.

Sie saß ganz würdevoll, elegant und adrett auf dem Beifahrersitz, als sie mir gebracht wurde. Der Wagen bog in die schmale Straße ein und sie guckte hoch, wie ich da so auf dem Balkon stand und wartete, und der Blick ihrer wunderschönen, großen, grünen, gescheiten Augen verhakte sich tief in meinem Herzen und hat es bis zum heutigen Tage nicht mehr los gelassen. Sie weiß das genau und kann mich in Nullkommanichts mühelos um die kleine Pfote wickeln. Ich bin ihr verfallen. Sie maunzt – mittlerweile verstehe ich ihre Sprache, eine Mischung aus Lauten, Gesten, Mimik und Blicken sehr gut – und ich gehorche…

Smokey liebt ihre kleinen Rituale über alles: Die ausführliche Taschenkontrolle, wenn ich nach Hause komme. Sie belagert meinen Lesesessel, wenn ich’s mir an einem Regentag mit einem dicken Wälzer darin gemütlich machen will. Sie wird zur absoluten Nervensäge, zur unerträglichen Pest, wenn ich es wage, ein Brathendl zu essen. Nach dem Duschen putzt sie mir mit ihrer kleinen Raspelzunge die Füße trocken, absolut gründlich und fürsorglich, als wäre ich ihr Katzenjunges, welches sich ungezogenerweise naß gemacht hat. In der größten Sommerhitze schläft sie, die Wasserscheue par excellence, im Bad im Waschbecken – “Was hast du denn, das ist das kühlste Fleckerl im Haus!” Sie misst nicht mehr als ca. 25 cm Schulterhöhe und kann sich doch in meinem Bett dermaßen breit machen, daß ich kaum mehr Platz zum Schlafen finde.

Mittlerweile zählt sie zwölf Lenze, ist also schon eine gesetzte Katzendame, und tobt dennoch bisweilen in der Wohnung umher wie ein übermütiges Welpen. Nebst Fressen, Schlafen und mich Herumkommandieren zählt Schmusen zu ihren absoluten Lieblingsbeschäftigungen, Kuscheln, genüßlich Schnurren, Köpfchen geben. Sie ist mein Seelentröster, mein Schlafmittel, rollt sie sich in meinen Armen zusammen, fühle ich ihr dichtes, seidenweiches Fell unter meinen streichelnden Händen, vergehen Kummer, Ärger und Sorgen wie im Fluge, ich finde Ruhe, Frieden und sanfte Erholung.

Jetzt sitzt sie in meinem Rücken und späht mir über die Schulter. Ich wette, sie weiß ganz genau, daß ich über sie schreibe…

Smokey und N!RAk’s Stöckchen

Da bin ich beim Stöbern auf meinem Hauptblog grade auf dieses herzige kleine Stöckchen gestoßen. Auf die Fragen von N!irak, einer sehr lieben Bloggerin, die leider nicht mehr bei WP ist, antwortete meine unvergessene, wunderschöne, eigenwillige Mieze Smokey…

Freidenkerins Weblog

pc050065 

 

Grummel, grummel, motz! Eigentlich wollte ich heute ja mal meine Ruhe haben, nachdem ich grade im Badezimmer mit Frauchen so schwer zu schuften hatte. Aber weil mein herzallerliebster Moritz mir dieses Stöckchen zugeworfen hat und Frauchen meine Antworten unbedingt po- po- posten will, na, dann halt meinetwegen…

Sechs unwichtige Dinge, die mich glücklich machen… hm! Hm! … Gibt’s für uns Miezekatzen überhaupt unwichtige Dinge? – Ah, ja!

1. Der komische Geruch in Frauchens Schuhen

2. Die sonderbaren Papiervierecke (Briefkuverts meint Frauchen), die morgens immer durch den Schlitz in der Tür fallen – spannend!

3. Das rote Zeugs in den großen Flaschen, das Frauchen immer säuft – ähem – trinkt, wenn ihr kalt ist. Davon wird sie nämlich sehr lustig.

4. Daß Frauchen sich jeden Ersten über den Kontoauszug freut – macht mich natürlich glücklich, obwohl mir das im Grunde egal ist, mein Fressen bekomm‘ ich eh immer.

5. Wenn…

Ursprünglichen Post anzeigen 101 weitere Wörter

Weltkatzentag…

… Sie tasten sich auf Samtpfoten in unsere Herzen. Und schmeicheln sich schnurrend tief in unsere Seelen hinein. Mit ihren klaren, wundervollen Augen können sie bis ins Innerste unserer Wesen blicken. Sie sind bezaubernde Spielgefährten, spenden freigebig Trost, Linderung  und Liebe. Sie können Kummer und Seelenschmerzen heilen. Und sind das beste Schlafmittel der Welt. Sie sind reinlich, gelassen, bewundernswert geduldig. Sie sind klug und können berechnend sein, raffiniert und hinterlistig, so kapriziös wie eine Diva, bisweilen auch anstrengend gleich einem Quälgeist. Sie sind eigensinnig und launisch, stolz und charakterstark…

… Wenn ich eine Katze erblicke, dann sehe ich ein Stückchen Himmel, einen Stern vom Firmament, Schönheit und Liebreiz, wie sie vollkommener nicht sein können…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Müßiggängerin…

… „Hmmmmm, ist das herrlich, in der wundervoll milden Sommersonne zu dösen! Und sooooo gesund! Einfach die Welt ringsum vergessen, sich entspannen, lang machen, die Krallen einziehen, die grün glänzenden Edelsteinaugen schließen, und das Köpfchen auf die Samtpfoten legen. Lass die anderen, die mit den zwei Beinen und ohne Fell rasen, hetzen, sich plagen, gieren, sich bekriegen, fahrig werden vor Nervosität, Stress und Existenzangst. Über dergleichen ist eine echte Katze von Welt doch so weit erhaben. Wir sind die wahrhaft Zivilisierten! Wir wissen um die Kunst zu leben, wir wissen, wie man voller Andacht genießt, wie man Geduld und Muße perfektioniert, sich voller Charme und ohne Mühe in die Herzen zweibeiniger Wesen schmust und schnurrt und das Leben zelebriert, Tag um Tag. Lernt von uns, es lohnt sich.“…

miezen (1 von 1)-3

Die Strandkatze von Cocoa Beach…

… Der aufkommende Ostwind wühlte in den Wassern des sanft anbrandenden Atlantiks und zerrieb die lotrecht in den Himmel ragende Spur aus Rauch und Dampf. Langsam trieben die mit Fernrohren, Feldstechern und Kameras mit dicken Teleobjektiven bewaffneten Menschenmassen auseinander. Die fühl-, ja, sogar riechbare Erregung und Ergriffenheit der Zuseher war unterlegt mit einem feinen Hauch von Trauer und Bedauern…

… „Jetzt hat sie zum letzten Mal ihren Feuerritt ins All gemacht, die gute, alte ‚Atlantis‘.“, murmelte ein schmerbäuchiger, stiernackiger Mann. Seine Frau, kleine, sehr feine Löckchen umgaben ihr Haupt einem Heiligenschein gleich, nickte mit zusammen gepressten Lippen. Sie griff nach dem Taschentuch in den Tiefen ihrer Strandhose, und wischte sich mit dem Schweiß zugleich eine Träne aus dem Augenwinkel…

… Purrley, die sich während des mit Worten nicht zu beschreibenden, wuchtigen Grollens und Donnerns der Rakete, welches sogar etliche Kilometer entfernt die Erde erbeben ließ, tief in ihr Versteck in einem undurchdringlich wuchernden Gebüsch nahe des Strandes verkrochen hatte, maß die Zweibeiner, die ihr nun die breiten Rücken zu wandten und davon stapften, mit einem sinnenden, leicht arroganten Blick. Sie schlüpfte aus ihrem Versteck, dehnte und streckte sich hingebungsvoll und wohlig gähnend, dann setzte sie sich in den warmen Sand, um mit klaren, klugen, saphirblauen Augen das Spiel der Wellen und der übermütig kreischenden Kinder zu beobachten…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Gut getarnt…

… Schon als junges Miezchen fand die kleine Isabella, eine der halbwilden Haus- und Hofkatzen in den wunderschönen Gärten der Villa d’Este inmitten Tivolis, ihre Mutter Graziella nachahmend heraus, daß sie förmlich mit den knorrigen, gefurchten Wurzeln einer betagten, hoch aufragenden Pinie verschmolz, und so gut wie unsichtbar wurde, wenn sie sich in deren Wiege schmiegte. Ungezählte Touristen strebten, bummelten, hasteten Tag für Tag an ihr vorbei, die meisten bemerkten sie nicht. Nur manchmal blieb ein besonders aufmerksam um sich blickendes und alle Eindrücke förmlich in sich aufsaugendes Menschenkind stehen, mit einem warmen und liebevollen Lächeln die kleine, tief und fest schlummernde Mieze sacht umfangend, ohne sie zu stören…

miezen (1 von 1)-16